Neubau der A 71 zwischen AS Rohr und AS Meiningen (B 89)

Der vorliegende Planfeststellungsabschnitt der BAB A 71 [Verkehrseinheit (VKE) 5322] beginnt südlich der Anschlußstelle Rohr und endet unmittelbar hinter der Anschlußstelle Meiningen an der B 89. Dieser Teilabschnitt ist 6,9 km lang und wird vierstreifig (plus Standstreifen) mit einem Regelquerschnitt (RQ) von 26 m Kronenbreite ausgeführt. Es ist die Fortsetzung des Abschnitts AD Suhl AS Rohr (VKE 5321) für den seit Dezember 1997 das Planfeststellungsverfahren läuft, das in Kürze abgeschlossen sein wird.

Die Streckencharakteristik im Planfeststellungsabschnitt (VKE 5322) ist geprägt durch die Hügellandschaft im südlichen Randbereich des Thüringer Waldes. Die Talbereiche mit ihren Seitentälern und den Wasserläufen (Schwarza, Hasel und Werra) sind gekennzeichnet durch kleine Dörfer, deren Historie bis weit in das Mittelalter reichen.

Mit der Fernstraßenverbindung der A 71 wird ein großräumiger Netzanschluß geschaffen, der insbesondere im verkehrswirksamen Streckenabschnitt zwischen dem AD Suhl (A 71/A 73) und dem Anschluß an die B 89 südöstlich von Meiningen eine erhebliche Verkehrsentlastung der bestehenden Ortsdurchfahrten im Zuge der B 280, der L 1131 und der L 1140 bewirkt.

Ein Blick auf die Verkehrsprognosen für das Jahr 2010 macht deutlich, welche außerordentliche Bedeutung der A 71 für die Aufrechterhaltung störungsfreier Verkehrsbeziehungen im südthüringischen Raum zukommt: Ohne die A 71 müßten sich in wenigen Jahren mehr als 20.000 Kfz/24 h über die Bundes- und Landesstraßen quälen mit außerordentlichen Belastungen für Verkehrsteilnehmer und Anwohner. Durch die Verlagerung eines Großteils des Verkehrs auf die Autobahn (21.000 Kfz/24 h bei einem Lkw-Anteil von ca. 19 %) dagegen wird das nachgeordnete Straßennetz wesentlich entlastet.

Daten und Fakten (VKE 5322)

Länge:

6,9 km

Regelquerschnitt:

26,0 m

Bodenbewegung:

lokaler Massenausgleich bei 370.000 m zusätzlichem Bedarf

Bauwerke:

7 Brückenbauwerke, darunter 1 Grünbrücke und 3 Talbrücken:

  • Judental (L: 440 m, H: 43 m)
  • Haseltal (L: 718 m, H: 25 m)
  • Werratal (L: 1183 m, H: 27 m)

Flächenbedarf:

ca. 45 ha Trasse
ca. 16 ha vorübergehend für das Baufeld
ca. 86 ha Kompensationsfläche

Kosten:

  • 173 Mio. DM (Brücken)
  • 61 Mio. DM (Strecke)

Prognose Verkehrsbelastung:

21.200 Kfz/24 h (durchschnittl. tägliche Verkehrsmenge im Jahr 2010)

Planung:

Baur Consult, Suhl

Talbrücke Judental (440 m)

Unmittelbar südlich der Anschlußstelle Rohr quert das Brückenbauwerk das Judental, ein Seitental des Haseltals, mit einer maximalen Höhe über Tal von ca. 43 m. Unter der Brücke führen zwei Wirtschaftswege und ein Graben durch. Die Überbauten werden als Spannbeton-Hohlkästen mit 3 m Konstruktionshöhe hergestellt. Die größte Stützweite zwischen den Pfeilern beträgt 60 m.

Talbrücke Haseltal (718 m)

Vom Osthang des Küchenberges bis zum Westhang des Bitthäuser Berges führt das Bauwerk über das Haseltal. Die zwölffedrige Spannbeton-Überbaukonstruktion (größte Stützweite: 65 m) überspannt das Tal mit einer maximalen Höhe von 25 m. Durch den Bau der Autobahnbrücke muß die Landesstraße L 1131 auf ca. 300 m verlegt werden. Neben der Landesstraße überquert die Brücke auch die Eisenbahnlinie Neudietendorf Ritschenhausen.

Grünbrücke

Diese 40 m breite Überführung über die A 71 zwischen Ellinghausen und dem Halsberg wird begrünt und naturnah bepflanzt. Sie dient dem großräumigen Wildwechsel und den Kleintieren des Waldes zur gefahrlosen Überquerung der Autobahn. In Verbindung mit der Grünbrücke wird eine 250 m lange Stürztwand für den Ruitschhang an der Ostseite der Autobahn gebaut.

Talbrücke Werratal (1183 m)

Dieses größte Brückenbauwerk im vorliegenden Abschnitt ist eine Stahlverbund-Konstruktion (1,5 m bis 2,4 m Konstrukltionshöhe) über 19 Felder. Die maximale Höhe über Tal beträgt 27 m. Die Brücke überführt die Werra und mehrere Wirtschaftswege im Talbereich sowie am nördlichen Talrand das DB-Gleis Eisenach Lichtenfels und am südlichen Talrand die Bundesstraße B 89.

Anschlußstelle Meiningen (B 89)

Die Anschlußstelle liegt unmittelbar hinter dem südlichen Ende der Werratalbrücke. Hier wird die A 71 mit der Bundesstraße B 89 verknüpft, die im Werratal eine wichtige regionale Verbindungsstraße insbesondere zwischen den Mittelzentren Hildburghausen und Meiningen darstellt. Unter Ausnutzung der topografischen Gegebenheiten wurden neben den verkehrlichen Aspekten auch der Schutz des Landschaftsbildes beim Bau der Anschlußrampen Ost und West am Nordhang des Werratals berücksichtigt.