Anbindung ans Autobahnnetz für Nord- und Ostvorpommern

Die neue Autobahn leistet einen wichtigen Beitrag zur verkehrlichen Erschließung der Küstenregionen und deren Anbindung ans Hinterland. In den vorliegenden Streckenabschnitten (VKE 2825/2827) werden über drei Anschlußstellen insbesondere die Städte Grimmen und Greifswald sowie über das Autobahndreieck B96n (Rügenanbindung) die Stadt Stralsund und im weiteren Verlauf die Insel Rügen an die A20 und damit an das Fernstraßennetz angebunden. Gleichzeitig werden die Innenstädte und die Ortschaften vom Durchgangsverkehr entlastet. Tourismus, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe werden von der besseren Erreichbarkeit durch die neue Autobahn profitieren.
Für die Planung und Realisierung der A20 haben die verkehrswirksamen Teilabschnitte Vorrang, die zu einer wesentlichen Verbesserung der Erreichbarkeit und zur Entlastung des vorhandenen Straßennetzes, insbesondere der Ortsdurchfahrten, beitragen. Die Umfahrung Grimmen ist eine dieser vorrangigen Maßnahmen in der Baufolge der A 20. Für das Überführungsbauwerk der L 19 über die Autobahn im Bereich der künftigen Anschlußstelle Grimmen/West liegen die für den Baubeginn notwendigen Zustimmungen der betroffenen Eigentümer und Pächter sowie der Träger öffentlicher Belange vor.
Damit kann am 22. August 1998 der Bau an dieser Brücke beginnen. Das Planfestellungsverfahren für den Abschnitt Grimmen/West - Grimmen/Ost wird in Kürze eingeleitet, so daß im nächsten Jahr mit dem Bau der übrigen Brücken und der Strecke begonnen werden kann.

Daten und Fakten VKE 2825 Grimmen/Ost - Dersekow
 
Länge: 16,4 km
Anlagen: - AS Grimmen/Ost (B 194)
- AD B 96n (Rügenzubringer)
- AS Bisdorf (L 26)
- PWC-Anlage
Verlauf: Südöstlich von Grimmen beginnt die Srecke mit dem Anschluß der B 194 an die A 20 und verläuft in östlicher Richtung über die als Autobahndreieck ausgebildete Anschlußstelle der künftigen B 96n (Rügenzubringer von der A 20 Richtung Stralsund) bis zur Anschlußstelle Bisdorf. In diesem Bereich schwenkt die Trasse in südöstlicher Richtung ab, unterquert die Kreisstraße K 8 und führt über die Schwinge. Der Streckenabschnitt endet vor der AS Dersekow (L 261).
Planung: Einleitung Planfeststellungsverfahren im Sommer 1998
Baubeginn: ab 2000
 
Anschlußstelle Grimmen/Ost (B 194)

Eine von zwei Anbindungen für die Stadt Grimmen. Über die Nord-Süd verlaufende Bundesstraße B 194 erhalten darüber hinaus der Raum Demmin im Süden und Stralsund im Norden (bis zur Fertigstellung des Rügenzubringers) Zugang zur A 20. Die B 194 wird in ihrer vorhandenen Lage über die Autobahn geführt und durch zwei gegenüberliegende Rampen an die A 20 angeschlossen. Mit dieser Lage der Rampen wird der Flächenbedarf möglichst gering gehalten.

Autobahndreieck B 96n Rügenzubringer

Mit dem künftigen Rügenzubringer B 96n (die Planung hierfür liegt in der Zuständigkeit des Landes Mecklenburg- Vorpommern) sowie der Weiterführung mit einer zusätzlichen Strelasundquerung wird die Verbindung zur Insel Rügen sowie zu den Fährhäfen Saßnitz/Mukran wesentlich verbessert. Aufgrund des zu erwartenden hohen Verkehrsaufkommens wird dieser Verküpfungspunkt mit der A 20 als Autobahndreieck ausgebildet. Die B 96n wird aus Norden kommend über die Autobahn geführt und als "linksliegende Trompete" an die A 20 angeschlossen. Der Anschlußpunkt liegt so weit von Wohnsiedlungen entfernt, daß keine unzumutbaren Lärmbeeinträchtigungen entstehen.

Parkplatz mit WC

Östlich des Knotens mit der B96n (Rügenzubringer) werden beiderseits der Trasse unbewirtschaftete Parkplätze mit WC-Gebäuden angelegt (PWC-Anlagen). Auf jeder Seite stehen Stellplätze für 22 Pkw (davon 2 für Behinderte), 6 für Lkw sowie 1 Längsstellbucht für zwei Busse bzw. Pkw mit Anhänger zur Verfügung.

Anschlußstelle Bisdorf (L 26)

An diesem Schnittpunkt mit der Landesstraße L 26 erhält die Stadt Greifswald eine direkte wesentliche Verbindung zur A 20 und damit zum Fernstraßennetz. Die Anschlußstelle ist als unsymmetrisches Kleeblatt geplant, wobei das vorhandene Biotop (Wäldchen) erhalten bleibt und von der nördlichen Verbindungsrampe umfahren wird.

Über- und Unterführungsbauwerke

Die durch den Autobahnbau unterbrochenen Verbindungen des nachgeordneten Straßennetzes werden durch Über- bzw. Unterführungsbauwerke wiederhergestellt. Dies betrifft:

 

Daten und Fakten VKE 2827 Grimmen/West - Grimmen/Ost
 
Länge: 7,3 km
Anlagen: - AS Grimmen/West (L 19)
Verlauf: Der Planfeststellungsabschnitt beginnt kurz vor der Anschlußstelle Grimmen/West, führt dann weiter in westlicher Richtung, umfährt in einem Bogen die Ortslagen Jessin, Gerlachsaun und Vietlipp und endet kurz vor der AS Grimmen/Ost nahe Klevenow.
Planung: - Einleitung Planfeststellungsverfahren im Sommer 1998
Baubeginn: - August 1998: Ü-Bauwerk für die L 19 (vorgezogene Baumaßnahme) 
- ab 2000: Strecke

Anschlußstelle Grimmen/West (L 19)

Über die Verknüpfung der A 20 mit der Landesstraße L 19 erhält die Stadt Grimmen eine zweite unmittelbare Anbindung an die Autobahn. Die Anschlußstelle wird als halbes unsymmetrisches Kleeblatt gebaut. Die L 19 Tribsees-Grimmen bleibt in ihrer Linienführung erhalten und wird im Anschlußstellenbereich über die Autobahn geführt. Entsprechend der Radwegekonzeption des Landes Mecklenburg-Vorpommern wird auf der nördlichen Seite der Brücke ein Radweg angelegt.

Über- und Unterführungsbauwerke

Auch in diesem Planfeststellungsabschnitt wird durch eine Reihe von Über- und Unterführungsbauwerken dafür gesorgt, daß die durch den Autobahnbau unterbrochenen Verbindungen des nachgeordneten Straßennetzes wiederhergestellt werden. Dies betrifft:

Landschaftspflegerischer Begleitplan

Parallel mit der eigentlichen Straßenplanung wird ein Landschaftspflegerisches Begleitplan (LBP) erarbeitet. Die durch die Autobahn hervorgerufenen unvermeidlichen Beeinträchtigungen werden als Konflikte erfaßt und nach ihrer Schwere bewertet. Entsprechend werden Maßnahmen entwickelt, die zur Verminderung von Eingriffen bzw. als Ausgleich oder Ersatz zu realisieren sind. Die Maßnahmen des LBP sind Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens und -beschlusses. Auch in den vorliegenden Streckenabschnitten zwischen Grimmen/Ost und Dersekow wird eine Vielzahl von Maßnahmen zum Schutz der Natur bzw. zur Kompensation der unvermeidbaren Eingriffe durchgeführt.

VKE 2825 (Gesamtumfang ca. 90 ha)

VKE 2827 (Gesamtumfang ca. 72 ha) Entwässerung

Das anfallende Oberflächenwasser auf den Fahrbahnen der A 20 wird in Rohrleitungen und seitlichen Mulden und Gräben gefaßt und bis zum hydraulisch leistungsfähigen Vorfluter transportiert. Zur Sammlung und Reinigung wird dieses Wasser vorab in Regenrückhaltebecken geleitet. Insgesamt 14 solcher Regenrückhaltebecken mit Absetzbecken werden in beiden dargestellten Streckenabschnitten gebaut. Die Becken werden naturnah gestaltet, so daß sie sich problemlos in die Landschaft einpassen.

Lärmschutz

Überall dort, wo schalltechnische Untersuchungen eine Überschreitung der Immissionsgrenzwerte von 64/54 db(A) (Tag-/Nachtwert) ergeben, besteht Anspruch auf Lärmschutz. Aufgrund der gewählten Trassenlage weitestgehend abseits vorhandener Ortslagen ergeben sich bei einigen einzeln stehenden Gebäuden im Außenbereich (VKE 2825) Überschreitungen der Lärmgrenzwerte bei Tag und bei Nacht. Hier sind passive Lärmschutzmaßnahmen (i.d.R. Schallschutzfenster) vorgesehen.

Schutz der Tiere

Entlang der Autobahn werden beiderseits der Trasse Wildschutzzäune angebracht. Neben dem Schutz des Wildes dienen diese Zäune auch der Erhöhung der Verkehrssicherheit. Für die Querung des Wildes unter der Autobahn ist ein Wilddurchlaß geplant, für Amphibien und Kleinsäuger entstehen acht Durchlässe mit zuführenden Leiteinrichtungen.

Beteiligung der Öffentlichkeit

Im Juli/August 1998 erfolgt die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Streckenabschnitte beider Verkehrseinheiten (VKE 2827 und 2825). Bereits im Raumordnungsverfahren zur Linienfindung der A 20 waren Bürger, Städte, Gemeinden, Landkreise, Verbände und Fachbehörden beteiligt. In einer Bürgerversammlung Ende Juni in Grimmen werden die nunmehr detaillierten Entwurfsunterlagen vor Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die VKE 2827 allen Interessierten vorgestellt und erläutert. Für die VKE 2825 wird es eine solche Bürgerversammlung im Spätsommer geben. Mit zahlreichen Grundeigentümern und Pächtern, deren Flächen durch den Bau der A 20 betroffen sind, wurden bereits erste Abstimmungsgespräche geführt. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens schließlich werden alle Beteiligten und Betroffenen nochmals gehört.