A 66: Der Ausbau wackelt, die Staus sind schon da

Frankfurt. Die A 66 hat sich mit neuen Dauer-Staus in den Verkehrsmeldungen eindrucksvoll an die Spitze gesetzt. Der Grund: Seit Beginn dieser Woche wurden am Rande von Deutschlands meistbefahrendster Autobahn bereits die Vorbereitungen für den Ausbau zwischen Frankfurt und Wiesbaden getroffen, wonach das rund 40 Kilometer lange Schnellstraßenstück dann komplett sechsspurig befahrbar sein soll.

Kurios ist nur: Wann der Ausbau des noch vierspurigen acht Kilometer langen Teilstücks zwischen Wiesbadener Kreuz und Krifteler Dreieck kommen wird – und ob er überhaupt kommt – weiß man nicht einmal im Wiesbadener Verkehrsministerium, das die Befestigung der Standspuren jetzt veranlasst hat.

Oder will man vielleicht nur nichts sagen? «Wir rüsten uns für den «Tag x», an dem die Erweiterung begonnen werden kann», so Verkehrsministeriums-Sprecher Clemens Christmann etwas rätselhaft. Tatsache ist, dass Hessen mit Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) derzeit intensive Verhandlungen darüber führt, die Baumaßnahme trotz des vom Bund zugedrehten Geldhahns für zahlreiche Straßenbauprojekte noch durchzubringen. Die Bereitschaft, Ausnahmen vom gestoppten Autobahn-Programm zu machen, hatte Stolpes Ministerium zwar signalisiert, im Zusammenhang mit dem Ausbau der A 66 war dabei bislang jedoch stets der Zeitrahmen «frühestens ab 2006» genannt worden.

Ist die politische Zukunft der A 66 auch ungewiss, so sind die täglichen Verkehrsbehinderungen auf dem Schnellweg dagegen ganz sicher. Dabei werden vom Parkplatz hinter der Anschlussstelle Hofheim-Weilbach in Fahrtrichtung Frankfurt die zwei Fahrspuren verengt, um die Standspur zu sanieren. Von Hattersheim bis zum Krifteler Dreieck entfällt in dieser Zeit die vorhandene dritte Fahrspur. Damit soll die südliche Autobahnseite soweit hergestellt werden, dass sie den gesamten Verkehr aufnehmen kann, wenn später dann die Nordseite der A 66 ausgebaut wird.

Frankfurter Neue Presse, 5.6.04